Archiv der Kategorie 'Geschichte'

„Ein Lied für Argyris“ – Film in der Vetternwirtschaft

Kommeno, Kephallonia, Distomo, diese Namen stehen für Orte in Griechenland, in denen Gebirgsjäger der Wehrmacht und die Waffen-SS Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung oder an Kriegsgefangenen verübt haben. Am vergangenen Mittwoch berichtete ein Historiker ja auch über die Verbrechen der in Brannenburg stationierten Gebirgsjägereinheiten. Um einen Blick auf die verdrängte Geschichte Deutschlands werfen, zeigt die Infogruppe Rosenheim am morgigen Sonntag (01.11.09) ab 20:00 Uhr in der Rosenheimer Vetternwirtschaft den Dokumentarfilm „Ein Lied für Argyris“ (mehr…)

SS-Mörder Heinrich Boere in Aachen vor Gericht

Nazi-Kriegsverbrecher wird nun auch in Deutschland der Prozess gemacht. Nachdem der Gebirgsjäger Scheungraber verurteilt wurde, beginnt Ende Oktober der Prozess gegen den 88-jährigen mutmaßlichen SS-Mörder Heinrich Boere. (mehr…)

Echo zur Infoveranstaltung

Am Mi 21.10.09 findet im Brannenburger Gasthof Kürmeier (Dapferstr. 5) ein Vortrag über die Schlacht um Karfreit und über die Verbrechen der Gebirgsjäger im II Weltkrieg statt. Der geschichtswissenschaftlicher Vortrag zur Karfreit-Kaserne unter dem Motto „Karfreit-Kaserne: Verbrechen und Tradition“ wurde nun auch von der Rosenheimer Wochenzeitung „Echo“ angekündigt. (mehr…)

Nicht mit dem Ofenrohr ins Gebirge – sondern mit dem Teleskop ins Weltall sehen…

Das OBSERVATORIUM WENDELSTEIN galt Jahrzehntelang als weltweit bekanntes Sonnenobservatorium. Die Universitäts-Sternwarte dient seit seit nunmehr 10 Jahren ausschließlich der Beobachtung nächtlicher Himmelsobjekte. Seit dem Sommer 2008 arbeiten hier die Handwerker am Observatorium, damit ab 2011 ein Teleskops der 2 m Klasse, einsatzfähig ist. Wegen der Umbauphase am Observatorium Wendelstein können wohl bis Ende 2010 keine öffentlichen Führungen am Observatorium Wendelstein stattfinden. (mehr…)

Erneut Prozesse gegen Gebirgsjäger

Erneut Prozesse gegen Gebirgsjäger
Die Verbrechen der Gebirgsjäger im II. Weltkrieg waren grausam. Bücher wie blutiges Edelweiß oder “ Mörder unterm Edelweiß“ dokumentieren, dass Gebirgsjäger Zehntausende von ZivilistInnen ermordeten, Hunderte von Dörfern niederbrannten, plünderte und brandschatzten quer durch Europa. Allerdings wurden nur wenige der Verbrecher aus den Reihen der Gebirgsjäger verurteilt und eigentlich nie inhaftiert. (Im Jahr 2005 verurteilte das Militärgericht La Spezia Gebirgsjäger wegen des Massakers in St. Anna di Stazzema zu lebenslanger Haft, welche jedoch nie ausgeliefert wurden und 2006 verurteilte ebenfalls das Militärgericht in La Spezia 10 Männer wegen des Massakers in Marzabotto, welche jedoch auch nie ausgeliefert wurden ) Im August diesen Jahres urteilte nun auch ein deutsches Gericht „ Lebenslang wegen des Mordes in zehn Fällen“ über Josef Scheungraber, einen ehemaliger Kompaniechef eines Gebirgspionier-Bataillons. In Italien soll es nun zu einem neuen Prozess gegen ehemalige Angehörige der Division Hermann Göring kommen. Hintergrund ist ein Massaker an Zivilisten vom 18. März 1944 im den italienischen Ortschaften Monchio, Cervarolo und Castrignano, bei dem 136 Zivilisten ermordet wurden (mehr…)

Karfreit-Kaserne: Verbrechen und Tradition Vortrag am Mi 21.10.

Am Mittwoch 21.10.09 findet in Brannenburg ein geschichtswissenschaftlicher Vortrag zur Karfreit-Kaserne statt Unter dem Motto „Karfreit-Kaserne: Verbrechen und Tradition“ referiert ein Historiker im Gasthof Kürmeier (Dapferstr. 5) sowohl über die Schlacht um Karfreit, als auch zu den Verbrechen der Gebirgsjäger im II Weltkrieg. Die Veranstaltung des Friedensbündnis Rosenheim/ in Kooperation mit der Petra Kelly Stiftung beginnt um 20:00 Uhr. Der Eintritt zu dem von uns (Brannenburg aktuell ) präsentierten Vortrag ist frei.
Plakat zum Vortrag

SPD gegen Gelöbnis in Rosenheim (85)

Die infogruppe rosenheim dokumentierte in ihrem Oktober Infomail einen Beschluss der Rosenheimer SPD zu einem öffentlichen Gelöbnis auf dem Max-Joseph-Platz im Jahr 1985 . Wir ergänzen an dieser Stelle die einleitenden Worte des damaligen Juso Aktivisten und heutigen Rosenheimer SPD Stadtrat Andreas Lakowski.
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Buchtip II: blutiges Edelweiß

Nachdem wir zu der Thematik „Kriegsverbrechen der Gebirgsjäger“ bereits gestern das Buch „Mörder unterm Edelweiß“ empfohlen haben. Möchten wir nun ein weiteres Buch empfehlen: „Blutiges Edelweiß: Die 1. Gebirgs-Division im Zweiten Weltkrieg“ . Nach fast 20 Jahren intensiver Recherche in Archiven und bei Zeitzeugen legt der Autor Hermann Frank Meyer eine ungeschminkte Gesamtgeschichte der »Edelweiß-Gebirgsjäger« vor: von den ersten Einsätzen im Polen- und im Frankreichfeldzug über den Vorstoß in den Kaukasus, die Verbrechen in Südosteuropa bis hin zu den Nachkriegskarrieren von Gebirgsjägern in der Bundeswehr. Thematisiert wird in dem 800 Seiten starken Werk u.a.die Ermordung Tausender jugoslawischer, griechischer und albanischer Zivilisten als Racheaktion nach Partisanenangriffen oder das Massaker an über 2000 italienischen Kriegsgefangenen auf Kefalonia. (mehr…)

Karfreit-Kaserne: Verbrechen und Tradition

Auf ihre Karfreit-Kaserne in Brannenburg sind Bundeswehr und Soldaten noch heute stolz: Im einzigen Gebirgspionierstandort der Bundeswehr ist eine Elite-Truppe in landschaftlich schönster Lage stationiert und pflegt ein optimales Verhältnis zur Zivilbevölkerung. Der Name der Kaserne erinnert an unglaubliche militärische Großtaten des deutschen Alpenkorps im Ersten Weltkrieg und an die Leistungen deutscher Gebirgsjäger im Zweiten. Sie ist Stein gewordenes Symbol für den deutsch-österreichischen Sieg über Italien. Die Schließung der Kaserne macht die Soldaten wehmütig und lässt die Zivilbevölkerung wirtschaftliche Probleme erwarten. So jedenfalls stellen es Zeitungen und die Bundeswehr dar.
Diese dicke Schicht reaktionärer Geschichtsverdrehung und militaristischer Lobhudelei soll die Stimmen derjenigen übertönen, die über die Verbrechen der Gebirgstruppe und ihre antidemokratische und kriegsverherrlichende Traditionspflege nicht schweigen wollen. Sie soll sich wie ein Deckel über das Grab legen, in das auch Brannenburger Gebirgsjäger halb Europa im Zweiten Weltkrieg verwandelten. (mehr…)

Karl Raupp und das Brannenburger Künstlerleben im Jahr 1860

Das OVB berichtet derzeit in einer Artikelserie über das Künstlerleben in Brannenburg. In der gestrigen Ausgabe war der Landschafts- und Genremaler Karl Raupp (1837 bis 1918) Thema des Artikel. Der gebürtige Darmstädter
beschreibt in die „Erinnerungen an die Künstlerkolonie Brannenburg“ das damalige Branneburger Künstlerleben um 1860 wie folgt: (mehr…)

Fremdgelesen: Ein Ort der Künstler

Das ovb kündigt an, in einer Serie von sechs Folgen in den kommenden Wochen, über das Künstlerleben in Brannenburg früher und heute zu berichten. In dem Artikel „Ein Ort der Künstler“ findet sich ein langes Zitat von G. A. Horst in welchem er das das Leben der Künstler in der Künstlerherberge beim Schlosswirt in Brannenburg schildert. Das Zitat stammt aus dem Aufsatz „Künstlerleben in Brannenburg vor 20 Jahren (1860), Teil 1″, welcher am 1. Oktober 1881 im Rosenheimer Anzeiger veröffentlicht wurde: (mehr…)

Fremdgelesen: Solidarische Almbauern spenden Ochsen

Am 13.Juni kam es im Chiemgau zu einem tödlichen Absturz von 21 Ochsen. Aus ungeklärter Ursache gerieten 22 Tiere auf der Vorderalm unterhalb des Hochgerns im Chiemgau in Panik und stürzten eine steile Felswand hinunter. Nur ein Jungochse überlebte das Unglück. Wie der Merkur (überregionaler Teil im ovb) heute berichtet haben sich Bauern aus Brannenburg und Flintsbach daraufhin zusammengetan und dem betroffenen Landwirt zwei neue Ochsen gespendet. Nachdem Mitglieder im Almwirtschaftlichen Verein Oberbayerns (AVO) in der Zeitung von dem Unglück gelesen hatten, beschlossen sie, ihrem Kollegen zu helfen. Die Landwirte legten zusammen und kauften der Familie Murr zwei Jungochsen. „Ich war völlig perplex“, gesteht Franz Murr dem Münchner Merkur . „Das war eine Riesenüberraschung.“ Zumal der Waginger die hilfsbereiten Inntaler Bauern gar nicht persönlich kennt. Zu der Ochsenübergabe schreibt die Zeitung wörtlich: „Eine Abordnung der Bezirksbauernschaft Brannenburg kam schließlich mit „Bärli“ und „Gustl“ auf die Vorderalm. Als Dankeschön stellte Franz Murr den Gästen eine zünftige Brotzeit hin. Auch Senner Konrad Ganzenhuber freute sich über den Zuwachs – ihn hatte das Unglück ebenfalls sehr getroffen. Bärli und Gustl haben sich sofort in die Herde integriert. „Das sind zwei ganz brave Tiere“, schwärmt Franz Murr. „Ich mag sie richtig gern.“ „
Den Original Artikel gibt es hier zu lesen:
http://www.merkur-online.de/nachrichten/bayern/solidarische-almbauern-spenden-ochsen-462638.html

Zum Rosenheimer Herbstfest

In Rosenheim ist ja gerade wieder „Wiesn“ . Das von Kritikern als „größte legale Drogenparty Südostoberbayern“ bezeichnete Volksfest zieht jährlich über über eine Million Besucher_innen an.
Das Herbstfest entwickelte sich vom landwirtschaftlichen Bezirksfest mit Industrieschau zum modernen Volksfest. Laut wikipedia wurde 1861 die alle fünf Jahre stattfindende Landwirtschaftsausstellung um Attraktionen wie ein Schützenfest oder einen Gesangswettbewerb reicher und damit zu einem Volksfest im eigentlichen Sinne. „In den folgenden Jahren wuchs das Fest weiter, was auch damit zusammenhing, dass Rosenheim sich als „Bierstadt“ präsentieren wollte. In den 1890er Jahren hatte Rosenheim bei einer Einwohnerzahl von rund 10.000 Menschen elf Brauereien, und es wurden schon über 400 Hektoliter Bier konsumiert Doch nicht immer fand das Volksfest regelmäßig statt. 1873 griff die Cholera im Landkreis Rosenheim um sich, was dazu führte, dass wie auch in den Kriegsjahren des Ersten Weltkrieges (1914 bis 1918) das Herbstfest ausfiel. Erst 1925 kehrte das Volksfest zurück, auf dem mittlerweile drei riesige Bierzelte, ein Weinzelt und 19 Schausteller vertreten waren. In den Nachkriegsjahren 1946 bis 1949 organisierte der Verband der Bayerischen Schausteller jährlich Frühlingsfeste auf der Loretowiese, bis der Wirtschaftliche Verband Rosenheim zum Veranstalter wurde und das Volksfest kurz darauf in „Rosenheimer Herbstfest“ umbenannte.“
Natürlich pilgert so gut wie jede_r Brannenburger auch Zum Herbstfest. Wenn’s mal wieder ein Maßerl mehr geworden ist… …oder für Menschen welche einfach keine Lust aufs lästige Parkplatzsuchen haben, gibt es Bussfahrten zurück nach Brannenburg. Der Bus fährt von Rosenheimer Bussbahnhof (Stadtmitte) zu folgenden Zeiten:
19:45 (Fr, Sa) 23:45 (Mo-Do) 0:00 Uhr (Fr, Sa) 02:00 (Sa, So)
den Busfahrplan gibt es HIER

Und auch die Bahn fährt in den Nächten von Freitag auf Samstag sowie von Samstag auf Sonntag, d.h. am 05. und 06.09. sowie am 12. und 13.9. einen Sonderzug um 0:34 Uhr.

Herbstfest Rosenheim

Bildquelle: http://www.stevereeves.de,

Solle es doch Leute geben, welche sich dem Massenbesäufnis entziehen, und nicht nach Rosenheim fahren, kann trotzdem mal online mal vorbeigesurft werden. Es gibt drei Webcams:

Webcam Haupteingang
http://www.herbstfest-rosenheim.de/mittendrin/webcams/haupteingang/index.html

Webcam Herbststraße
http://www.herbstfest-rosenheim.de/mittendrin/webcams/herbststrasse/index.html

Webcam auf Loretokapelle
http://www.herbstfest-rosenheim.de/mittendrin/webcams/loretokapelle/index.html

So. 23.08.09: Patrozinium am Wendelsteinkircherl

Zum 120 mal jährt sich heuer die Setzung des Turmkreuzes am Wendelsteinkircherl. Das Kreuz, welches rund 50 kg wiegt, wurde 1889 vom Königlich Bayerischen Hofposamentier Ludwig Beck gestiftet.. Zum Patrozinium am kommenden Sonntag (23.08.09) wird Pfarrer Josef Steindlmüller um 11:00 Uhr die Messe halten. Musikalisch umrahmt wird der Gittesdienst durch den Montini-Chor .
wendelsteinkircherl
Bild: Wendelsteinkircherl

Beim Patroziniumsfest feiert eine katholische Pfarrgemeinde gemäß dem liturgischen Kalender den Gedenktag des Schutzheiligen, dessen Namen ihre Kirche trägt. „Das Wendelsteinkircherl wurde beispielsweise der Maria Mutter Gottes, der Patronae Bavariae geweiht. Das Patrozinium hat den Rang eines Hochfests. Im Mittelalter und in vielen katholischen Gegenden bis heute wird das Patronatsfest aufwändig begangen. Die Bevölkerung der Umgebung besucht die Kirche, deren Fest gefeiert wird. Der Besuch kann gar als Wallfahrt verstanden werden und mit einem „Ablass“ verbunden sein. Wenn es – wie am Wendelstein – die Umstände erfordern, kann das Patronatsfest am Sonntag vor oder nach dem Kalenderdatum des Schutzheiligentages begangen werden.“ heißt es in einer Pressemitteilung der Wendelsteinbahn.
Nach der Kirche spielt die Musikkapelle Brannenburg zum Frühschoppen auf der Bergterrasse.

66. Jahrestag des Massaker in Kommeno

Heute jährt sich das Massaker in Kommeno l. Gebirgsjäger der 1.Gebirgsdivision haben am 16. August 1943 in Kommeno 317 Männer, Frauen und Kinder hingemetzelt“. (vgl. Hermann Frank Meyer: Blutiges Edelweiss: die 1. Gebirgs-Division im Zweiten Weltkrieg, S. 207 ff)

Gebirgsjäger der 1. Gebirgsdivision waren ab 1943 im ehemaligen Jugoslawien (Montenegro, Serbien), in Albanien und in Griechenland an zahlreichen Massakern an Zivilisten, an Geiselerschiessungen und der Ermordung von Kriegsgefangenen beteiligt“. Einige der schlimmsten Gebirgsjägermassaker waren in Kefalonia (ca. 5.000 ermordete italienische Kriegsgefangene), in Korfu (ca. 700 Kriegsgefangene), Kommeno (317 Frauen, Männer und Kinder), Lyngiades (80 Menschen), Skines (146 Männer und 2 Frauen), Lamerivio (98 Männer und Frauen), Paramythia (49 Männer und Frauen), Mousiotitsa (153 Männer, Frauen und Kinder)
http://www.hfmeyer.com/german/veroeffentlichungen/mousiotitsia/index.html

Der österreichische Nationalratsabgeordneter Johann Maier fordert deshalb: „Nachdem die Namen der an Kriegsverbrechen beteiligten Gebirgsjägerbekannt sind, liegt es an der österreichischen Justiz gegen die noch lebenden Gebirgsjäger in Österreich vorzugehen. In Deutschland wurde letzte Woche ein ehemaliger Leutnant der Gebirgspioniere von einem Schwurgericht wegen mehrfachen Mordes an Italienern im Jahr 1944 zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Mord verjährt nie,auch nicht in Österreich“

Wir meinen auch in Brannenburg sollte über die mörderische Geschichte am Ort ansässigen Gebirgsjäger auseinandergesetzt werden.

Gebirgsjäger wegen Kriegsverbrechen verurteilt.

Lebenslang wegen des Mordes in zehn Fällen“, so urteilte das Landgericht München über Josef Scheungraber, ehemaliger Kompaniechef eines Gebirgspionier-Bataillons. Der heute 90-Jährige aus Ottobrunn bei München hatte im Juni 1944 den Befehl zum Töten von 14 italienischen Zivilisten gegeben.
„Bei seinem Vorgehen kam es dem Angeklagten darauf an, seinen Hass wegen des Todes seiner Soldaten abzureagieren und sich zu rächen.“ so Richter Manfred Götzl. 2006 wurde der Kriegsverbrecher wegen des Massakers bereits von einem italienischen Gericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.
Während des Prozesses wurde bekannt, dass sich als Zeugen geladene ehemalige Gebirgsjäger am 4.12.2006 in einem Gasthaus in Rohrdorf bei Rosenheim verabredeten. Der verurteilte Kriegsverbrecher ist Mitglied des umstrittenen Kameradenkreis der Gebirgstruppe, welcher sich dieses Jahr mit einem Infostand bei dem Tag der offenen Türe in der Brannenburger Karfreit-Kaserne präsentieren konnte. Die infogruppe rosenheim kritisiert,(unter bezugnahme auf unseren blog – Danke für die Blumen) dass sich eine solch zweifelhafte Organisation, welche der AK Angreifbare Traditionspflege als „Selbsthilfegruppe für Kriegsverbrecher“ bezeichnet, von der Bundeswehr eingeladen oder zumindest toleriert wird. In der Pressemitteilung heißt es: „Auch hier wird deutlich, dass die Bundeswehr selbst eine Kontinuität zur Wehrmacht aufbaut, obwohl dieser mehr und mehr Kriegsverbrechen nachgewiesen werden“. Darüber hinaus wird eine offensive Auseinandersetzung mit der Geschichte gefordert: „Auch der Gemeinde Brannenburg stünde es gut, sich mit der mörderischen Tradition der Gebirgstruppe kritisch auseinanderzusetzen,“ meint Michael Kurz, Pressesprecher der infogruppe rosenheim. Die baldige Auflösung der von den Nazis erbauten Kaserne biete die Möglichkeit einer „demokratischen und friedlichen Umwidmung der Räumlichkeiten: Für ein Informationszentrum über die Kriegsverbrechen der Gebirgsjäger wäre dies ein optimaler Ort,“ erklärt Kurz abschließend.

Das Bild zeigt Demonstrant_innen mit den Namenschildern der 14 Zivilpersonen welche bei dem Gebirgsjägermassaker in dem italienischen Dorf Falzano di Cortona (bei Arezzo) ermordet wurden.

Das Bild zeigt Demonstrant_innen mit den Namenschildern der 14 Zivilpersonen welche bei dem Gebirgsjägermassaker in dem italienischen Dorf Falzano di Cortona (bei Arezzo) ermordet wurden.

Gebirgsjäger als Kriegsverbrecher ?

Am 11. August wird die Strafkammer des Landgerichtes München I gegen den ehemaligen Gebirgsjäger, Josef Eduard Scheungraber aus Ottobrunn sprechen. Die Staatsanwaltschaft hat dem Angeklagten das am 27. Juni 1944 in der toskanischen Ortschaft Falzano di Cortona verübte Massaker zur Last gelegt, bei dem nach der Tötung zweier Wehrmachtssoldaten auf seinen Befehl als „Vergeltungsschlag“ 14 italienische ZivilistInnen ermordet worden sind. Wegen des Massakers in Falzano di Cortona wurden Scheunengraber 2006 in Italien zu lebenslänglicher Haft verurteilt, jedoch nie ausgeliefert.
Staatsanwaltschaft und die anwaltliche Vertretung der NebenklägerInnen (Hinterbliebnene und Nachkommen der Ermordeten) aus Falzano haben nun auch in dem Münchnen Prozess auf schuldig plädiert, die Verteidigung hat Freispruch beantragt.

Die Süddeutsche Zeitung und das Magazin Hinterland (S.66) berichtete übrigens, dass sich vor dem Prozess, als Zeugen geladene ehemalige Gebirgsjäger am 4.12.2006 in die Gaststätte Stocker in Rohrdorf verabreden.

Auf der Seite der Initiative „Keine Ruhe“ gibt es weitere Hintergrund Infos zu dem Prozess und laut indymedia soll am Dienstag, den 11. August 2009 ab 8.00 Uhr vor dem Landgericht München I im Justizzentrum in der Nymphenburger Straße 16. (U-Bahn-Haltestelle Stiglmaierplatz) eine antifaschistische Kundgebung anlässlich der Urteilsverkündung geben.

Fremdgelesen: Kleiner Berg mit viel Magie

„Die Biber ist mit ihrer relativ geringen Höhe für reine Bergwanderer eigentlich nicht der Rede wert. Trotzdem hat dieser kleine Berg so einiges zu bieten.“ so beginnt ein Artikel welcher gestern unter der Überschrift „Kleiner Berg mit viel Magie“ in den Rosenheimer Nachrichten veröffentlicht wurde.

Der Bericht ist unserer Meinung durchaus lesenswert. Anzumerken sein evtl. noch das der Biber auch zum Bouldern (eine Klettersportart) sehr beliebt war, ehe der Eingang 2008 zugemauert wurde Wer mehr über die Geschichte zum Steinbruch (inc. Alter Bilder) wissen möchte findet auf der Seite von Steinbruch Huber weitere Infos.

Und wer noch nie beim Biber war, findet HIER eine Beschreibung für einen ca. 40. Min Wanderung.

Umstrittener Kameradenkreis in Kaserne

„Es ist ein Denkmal, an dem sich die Geister scheiden: das Ehrenmal der Gebirgstruppe auf dem Hohen Brendten bei Mittenwald. Jedes Jahr zu Pfingsten veranstaltet dort der Verein „Kameradenkreis der Gebirgstruppe“ eine Gedenkfeier. Kritiker sehen darin eine „Selbsthilfegruppe von Kriegsverbrechern“.“ schreibt 3sat auf seiner Homepage Mit dem Text wurde der Fernsehbericht „Das Schandmal von Mittenwald“ angekündigt. Der Bericht welcher sich sowohl mit den dem umstrittenen Kameradenkreis, als auch mit den Kriegsverbrechen der Gebirgsjäger auseinandersetzt wurde am Freitag 10.07.09, also einen Tag vor dem Tag der offenen Tür ausgestrahlt.

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Die Brannenburger Bundeswehrführung arbeitet offenbar trotz der zweifelhafte Aktivitäten des umstrittene Vereins mit dem Kameradenkreis zusammen. Am Samstag den 11.07. konnte sich der „Kameradenkreis der Gebirgstruppe“ auf jeden Fall mit einem Infostand in der
Karfreit-Kaserne präsentieren.

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Das ovb und die Nachrichtenregeln

Heute erschien auch im ovb ein Artikel zum Tag der offen Tür an der Brannenburger Kaserne. Der Artikel wirkt wie eine Bundeswehrpropagandatext. „Je näher der Tag des Abschieds von den Brannenburger Gebirgspionieren kommt, um so mehr fühlt sich offenbar die Bevölkerung mit den Soldaten verbunden,“ so der Leitsatz des Artikels. Wie der Autor auf diese Aussage kommt ist völlig unklar und unbelegt. Von journalistischen Nachrichtenregeln ,welche die Trennung von Nachricht und Kommentar beinhalten, hat der Verfasser entweder noch nichts gehört oder er bricht sie bewusst. „Ein Kompliment darf den Organisatoren vorweg gemacht werden, denn sie haben es abermals verstanden ihre Darbietungen so zu gestalten, um das vielschichtige Interesse der Besucher, ob jung oder alt, zu wecken.“ ist nur ein Beleg für die tendenziöse und unsachliche Berichterstattung. Dies ist jedoch nicht der erste „Propagandaartikel“ des „Journalisten“ Werner Krämer. In der Pfingstausgabe des ovb schrieb Krämer z.B. einen geschichtsrevisionistischen Artikel unter dem Titel „Stadt mit Panzern und Haubitzen befreit“, in welchem er die rechtsextremen Freikorpskämpfer glorifizierte. Kein Wort fand sich über die antidemokratische und Antisemitische Ausrichtung der Freikorps. Selbst die Tatsache, dass das Freikorps Chiemgau als Kampfeinheit des Freicorps Epp (Der millitante Antisemit Franz Ritter von Epp war als NSDAP-Politiker von 1933 bis 1945 Reichsstatthalter in Bayern) geführt wurde fand keine Erwähnung. Stattdessen nur Hetze gegen die Rätedemokratie welche als „Terrorherrschaft“ bezeichnet wurde. Der Vorsitzende der GEW Rosenheim hat übrigens einen Leserbrief an das ovb gesandt, in welchem er zahlreiche der Falschbehauptungen in Krämers Artikel berichtigt. Der Leserbrief wurde unseres Wissens nach nie abgedruckt.




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