„Ein Lied für Argyris“ – Film in der Vetternwirtschaft

Kommeno, Kephallonia, Distomo, diese Namen stehen für Orte in Griechenland, in denen Gebirgsjäger der Wehrmacht und die Waffen-SS Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung oder an Kriegsgefangenen verübt haben. Am vergangenen Mittwoch berichtete ein Historiker ja auch über die Verbrechen der in Brannenburg stationierten Gebirgsjägereinheiten. Um einen Blick auf die verdrängte Geschichte Deutschlands werfen, zeigt die Infogruppe Rosenheim am morgigen Sonntag (01.11.09) ab 20:00 Uhr in der Rosenheimer Vetternwirtschaft den Dokumentarfilm „Ein Lied für Argyris“

In der Pressemitteilung der Infogruppe Rosenheim heißt es zu dem Film:

Distomo. Ein kleines Bauerndorf, ein Steinwurf vom Meer entfernt, an der Straße von Athen nach Delphi. Hier überlebt der kleine Argyris, noch keine vier Jahre alt, am 10. Juni 1944 ein brutales Massaker der deutschen Besatzungsmacht: Eine so genannte «Sühnemaßnahme» einer SS-Division als Reaktion auf einen Partisanenangriff in der Gegend. Innerhalb weniger als zwei Stunden werden 218 Dorfbewohner umgebracht – Frauen, Männer, Greise, Kleinkinder und Säuglinge. Argyris verliert seine Eltern und 30 weitere Familienangehörige.
Mehrere Jahre verbringt der Knabe in Waisenhäusern rund um Athen, unter Tausenden von Kriegskindern. Da taucht eines Tages eine Delegation des Roten Kreuzes auf und sucht eine Handvoll Kinder aus für eine weite Reise in ein fernes Land. Argyris will unbedingt mitgehen. Und so kommt er in die Schweiz, ins Kinderdorf Pestalozzi nach Trogen.
Argyris Sfountouris, heute 66 Jahre alt, ein Mann von gewinnendem Charme und melancholischer Heiterkeit, hat sich Zeit seines Lebens mit dem Wahnsinn auseinandergesetzt, der ihm als Kind widerfahren ist. In einer «Tagung für den Frieden» beispielsweise hat er über Wege sinniert, wie aus diesem Teufelskreis der Gewalt ausgebrochen werden könnte. Er hat versucht, nicht etwa innerlich damit «fertig» zu werden, mit seinem Kindheitserlebnis «abzuschließen», sondern viel eher damit leben zu lernen und nach außen etwas zu bewirken.
Ein Film über den Umgang mit persönlicher Trauer, – und über den Umgang mit historischer Schuld.

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist übrigens frei
Ein lied für Agyris





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