Nicht mit dem Ofenrohr ins Gebirge – sondern mit dem Teleskop ins Weltall sehen…

Das OBSERVATORIUM WENDELSTEIN galt Jahrzehntelang als weltweit bekanntes Sonnenobservatorium. Die Universitäts-Sternwarte dient seit seit nunmehr 10 Jahren ausschließlich der Beobachtung nächtlicher Himmelsobjekte. Seit dem Sommer 2008 arbeiten hier die Handwerker am Observatorium, damit ab 2011 ein Teleskops der 2 m Klasse, einsatzfähig ist. Wegen der Umbauphase am Observatorium Wendelstein können wohl bis Ende 2010 keine öffentlichen Führungen am Observatorium Wendelstein stattfinden.

Laut LMU soll

„Das neue Teleskop (…) eine sogenannte Weitwinkelkamera zur Abbildung von wenigstens 0.5 Grad des Himmels (Vollmonddurchmesser) sowie eine Mehrkanalkamera (optisch und nahes Infrarot) und Spektrographen für mittlere bis hohe Auflösung bekommen, um die kommenden wissenschaftlichen Projekte der Universitäts-Sternwarte München zu unterstuetzen“.

Die Astronomen der Sternwarte können dann bis zu fünf Milliarden Lichtjahre entfernte Nachbargalaxien erforschen. Eine ausführlichere Beschreibung des Projektes ist in Sterne und Weltraum April 2008 auf Seite 18 erschienen und das Entwurfskonzept ist auf der Seite des Staatliches Bauamt veröffentlicht.
Auf Rosenheim 24 wurde vor wenigen Tagen unter der Überschrift „Super-Teleskop am Wendelstein“ auch ein Bericht zu diesem Thema veröffentlicht
Interessant ist unsere Meinung nach nicht nur die aktuellen Umbaumasnahmen, sondern auch die Geschichte und Werdegang des Observatoriums. Auf www.wendelstein-observatorium.de
heißt es dazu:

Die Sternwarte wurde im Dezember 1939 von Karl-Otto Kiepenheuer als Sonnenobservatorium der Luftwaffe (Wehrmacht) gegründet. Durch Beobachtung der Sonnenaktivität sollte eine möglichst genaue Vorhersage der optimalen Frequenzen für den militärischen Funkverkehr ermöglicht werden. Nach dem Zweiter Weltkrieg wurde das Observatorium für den gleichen Zweck von den US-Streitkräften finanziert. Seit 1949 gehört das Obervatorium zur Ludwig Maximilians Universität München. Neben dem Sonnenobservatorium (der heutigen Sternwarte) existierte von 1950 bis 1960 Jahre eine Sternwarte auf dem Ostgipfel des Wendelsteins, bestehend aus einer Beobachtungskuppel und einem Wohnhaus. Dort forschte der Astronom Rudolf Kühn. Die Anlage wurde um 1965 komplett abgerissen; lediglich Übereste der Fundamente sind bis heute sichtbar. Dort, wo früher die Beobachtungskuppel stand, wurde später die Windkraftanlage errichtet.
In den sechziger Jahren wurde das Observatorium um einen Koronograph erweitert. Mit diesem Gerät konnte nun auch die Sonnenatmosphäre erforscht werden. Zunehmende Luftverschmutzung und eine Verlagerung der Forschungsschwerpunkte hin zur Nachtastronomie führten schließlich zu einer Einstellung der wissenschaftlichen Sonnenbeobachtung. Ende 1988 war es dann soweit: Die Anschaffung des 80 cm Teleskopes ermöglichte die Weiterführung des Beobachtungsbetriebes mit ambitionierter nachtastronomischer Forschung.

Für alle webcamliebhaber_innen, es gibt auch eine Observatoriums-Webcam





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