Wer mauert beim Asphalt? Konzepte für die Inntalautobahn

Gefragt nach der Inntalautobahn scheinen sich durchaus unterschiedliche Konzepte der Direktkandidierenden herauszukristalisieren: CSU und SPD setzen vor allem auf ihr Kommunikationskonzept; während bei Angelika Graf das SPD geführte Verkehrsministerium einen vor Lärm schützenden Asphalt zusagt, spricht Daniela Raab dem bayerische Umweltminister Söder diese Maßnahme zu. Demzufolge dürfte dem Tempolimit, das auch von SPD und ÖDP gefordert wird, nichts mehr im Wege stehen. Doch Graf sieht gerade Söder „mauern“.
„4 plus 2″, also eine vierspurige Autobahn mit zuschaltbaren Seitenstreifen statt eines achtspurigen Ausbaus wünschen sich Anna Rutz (Grüne) und Florian Weber (BP). Zusätzliche Mautgebühren werden von ÖDP und Linke diskutiert, während die RRP TouristenOrtschaften erschließen möchte. Wenig überraschend ist, dass die Kandidat_innen der ökologisch orientierten Parteien sich eine Verlagerung des Verkehrs vorstellen können.

Hier noch einmal die vollständigen Antworten auf die Frage: Die Inntalautobahn sorgt in der Region immer wieder für Diskussionen. Sollte Ihrer Meinung nach an dem Istzustand etwas geändert werden und wenn was?

Fortner (ÖDP)

Ich wohne selbst im Nahbereich der A8 und habe dazu 2 Bürgerinitiativen gestartet – Tempolimit und Intelligenter Ausbau.
Thema Autobahn : Lärmschutz – günstigste Variante ist ein Tempolimit auf dieser Strecke die Oberaudorfer können das durch ihre Beschränkung während der Bauzeit sehr wohl bestätigen. dann wäre weniger Lärm, Abgas und Feinstaubemission vorhanden. Die Tiroler machen es mit ihrem IGLuft vor. Das Inntal ist verkehrlich hoch belastet und die Verkehrspolitik sollte auch bei Verkehrsvermeidung, und -verlagerung ansetzen. Thema Maut würde wohl auch unsinnige Fahrten unwirtschaftlich werden lassen.

Graf (SDP)

Was ich mir wünsche, ist ein Tempolimit auf der Inntalautobahn, das wird allerdings seit Ewigkeiten von der bayerischen Staatsregierung abgelehnt. Was sich am Istzustand bei der Inntalautobahn ändern muss und wird, ist der Lärmschutz. Das Bundesverkehrsministerium hat mir zugesagt, dass spätestens 2011 neuer, lärmmindernder Asphalt auf der Inntalautobahn aufgetragen wird, was die lärmgeplagten Anwohner entlasten wird. In Oberaudorf wird es zudem zusätzlichen Lärmschutz an der Autobahn geben. An der Bahn war bereits der Spatenstich für neue Lärmschutzwände in Oberaudorf. Als nächstes sollen Kiefersfelden und Flintsbach folgen. Finanziert wird der neue Lärmschutz an der Bahn aus dem 1999 von der SPD eingeführten Lärmsanierungsprogramm, mit dem auch an bestehenden Strecken der Lärmschutz verbessert wird. Auch Brannenburg soll von dem Programm profitieren. Hier laufen derzeit Verhandlungen über die Ausgestaltung und die Beteiligung der Kommune. Ich spreche mich hier ebenfalls für Lärmschutzwände aus.

Bezüglich des von Österreich und Italien geplanten Brennerbasistunnels hat das SPD-geführte Bundesverkehrsministerium kürzlich einen neuen „Aktionsplan Brenner“ vorgestellt, in dem der Zeitplan für die Zulaufplanung im Inntal vorgegeben ist und in dem verschiedene Maßnahmen angesprochen werden, die geprüft werden sollen. Im nächsten Jahr soll der Bedarf geklärt sein. Dann wird auch entschieden, inwieweit Vorschläge praxistauglich sind. Diskutiert wird zum Beispiel über Fragen wie eine zeitliche Beschränkung für den Lkw-Verkehr entlang des Korridors (z.B. Nacht-/Wochenendfahrverbote) sowie Fahrverbote für bestimmte Lkw-Klassen. Ein Aufschlag auf die Lkw-Maut im Abschnitt Rosenheim-Kiefersfelden soll laut Aktionsplan bis Ende 2010 geprüft werden. Österreich und Italien wollen diese Querfinanzierung für den Bau des Brennerbasistunnels in jedem Fall nutzen. Der gemeinsame Aktionsplan soll ständig aktualisiert und alle 4 Jahre insgesamt überarbeitet werden, um eine zeitnahe und zuverlässige Umsetzung zu sichern.

Mini (Die Linke)

Meiner Meinung nach muss, um zu vermeiden dass die LKW immer mehr auf die Bundesstraßen ausweichen, auch eine LKW-Maut auf diesen erhoben werden und die Mittel für die Verbesserung von z.B.: Lärmschutz Zweckgebunden verwandt werden.

Raab (CSU)

Bis es zu einem „Leisen Inntal“ kommt, wie auch unser Minister Söder plant, muss der Lärm durch Flüsterasphalt und Tempolimit gedämpft werden.

Pielsticker (RRP)

Mobilität und Erschließung von TouristenOrtschaften in BAB-Nähe auf modernsten Stand bringen, für unmittelbar Betroffene ist Schutz (gegen Lärm) zu gewährleisten sowie Vorsorge vor Luft- und Umweltverschmutzung zu treffen.

Rutz (Bündnis 90 – Die Grünen)

Durch massiven Ausbau des öffentl. Personennahverkehrs und Schienenverkehrs, deren intelligente Vernetzung zu verlässlichen Reiseketten und Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene.
Wenn bei den Zulaufstrecken zum Brenner-Basis-Tunnel nicht gehandelt wird, gibt es zwar den Tunnel, aber keine Streckenkapazität.
Wir wollen einen bestandsorientierten Ausbau der A 8, mit 4 Fahrspuren und 2 Standstreifen (zuschaltbar zur Kapazitätserhöhung).
Vorteile zum 8-spurigen Ausbau: sofort umsetzbar (keine 10-15 J. Planung), viel kürzere Bauzeit (geringerer Eingriff in die Natur), viel günstiger (kostet Bruchteil vom 8-spurigen), schmalere Trassenführung daher weniger Lärmbelastung und günstigerer Lärmschutz.

Weber (BP)

Ein Ausbau sollte nach dem Prinzip 4 plus 2 erfolgen. Das heisst die Standspuren koennten so ausgebaut werden, dass sie im Bedarfsfall elektronisch freigeschaltet werden koennen.





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