Gelöbnis von Brannenburger Soldaten

Etwa 200 Brannenburger Rekruten wurden gestern in Darching feierlich vereidigt. Der weblog randale & liebe berichtet von etwa 20 Gegendemonstrant_innen, die von von Feldjägern bewacht wurden. Gegen öffentliche Gelöbnisse gibt es also in Bayern nicht nur in Großstädten wie Nürnberg oder München, sondern auch in Dörfern wie Cadolzburg und eben Darching Proteste. Eines der nächste öffentliche Gelöbnisse, findet übrigens in Brannenburg statt, am 12.11.09. Nachdem es dieses Jahr auch in Rosenheim Proteste gegen den Besuche der Bundeswehr an der Berufsschule II gab, bleibt es spannend, ob es in Branneburg eine Gegendemonstration geben wird.

Wir dokumentieren abschließend die Pressemitteilung des „Antimilitaristischen Bündnisses Miesbach“, die wir randale & liebe entnommen haben:

In der letzten Zeit ist zunehmend zu beobachten, wie versucht wird, die Bundeswehr im öffentlichen Leben zu etablieren. Ob mit Konzerten der Bundeswehrkapelle, Werbekampagnen an Schulen, oder mit öffentlichen Gelöbnissen, die Ziele sind immer dieselben: Die Bundeswehr als normale Arbeitgeberin darzustellen, die Anwesenheit des Militär im Alltag zu etablieren und die Existenz und außenpolitischen Operationen der Bundeswehr rechtzufertigen.
Öffentliche Gelöbnisse von Soldat_innen sind in der Bundesrepublik erst seit den siebziger Jahren wieder möglich. In Städten wie München und Berlin, aber auch in ländlicheren Gegenden regt sich in letzter Zeit vermehrt Protest gegen diese archaischen Rituale, die eigentlich schon längst der Vergangenheit angehören sollten. Die Soldat_innen geloben dabei Gehorsam und Treue dem Vaterland, sie schwören also auf „Tugenden“, die, wie die Vergangenheit gezeigt hat, zu den schrecklichsten Verbrechen führen können.
Die Auslandsoperationen der Bundeswehr zeigen zunehmend, dass es keine militärischen Friedensmissionen geben kann. Der Einsatz im Afghanistan ist schon lange keine friedliche „Entwicklungshilfe“ mehr, wie sie von Bundeswehr und Politik gern dargestellt wird, sondern Krieg, bei denen deutsche Soldat_innen Menschen töten. Der Vorfall vergangene Woche zeigt wieder deutlich, dass auch die Zivilbevölkerung davon nicht verschont bleibt.
Gerade in diesem Wahlkampf sind Proteste gegen Bundeswehr und Militär nicht gern gesehen, trägt die aktuelle Regierung doch die Verantwortung für den inzwischen stark kritisierten Afghanistaneinsatz.
Das Gelöbnis in Darching, bei dem 200 Rekruten aus Brannenburg feierlich vereidigt wurden, wurde aus der öffentlichen Diskussion völlig ferngehalten.
Dieses Vorgehen kritisieren wir, ist es doch Recht der Bevölkerung und der Öffentlichkeit, von solchen Großereignissen zu erfahren, auch, um sich dazu eine Meinung bilden und im gegebenen Fall einen angemessenen Protest organisieren zu können.

Update 12.09.09:

Heute Berichtet auch das ovb unter der Überschrift „Kameradschaft im Mittelpunkt“
über das Gelöbnis in Darching. Der Bericht liest sich wie eine eins zu eins übernommene Pressemitteilung der Bundeswehr, in keinem Wort werden die Proteste gegen das Gelöbnis erwähnt. Sehr ausgewogene Berichterstattung, was das ovb da wieder abliefert. Laut dem ovb-Bericht waren es 119 Rekruten der 5. Kompanie Gebirgspionierbataillon 8 welche vereidigt wurden.

Den ovb Bericht gibt es hier: http://www.ovb-online.de/land/kameradschaft-mittelpunkt-465716.html


5 Antworten auf „Gelöbnis von Brannenburger Soldaten“


  1. 1 Alwin Schwarz 13. November 2009 um 13:02 Uhr

    Mein Sohn hat gestern sein Gelöbnis für Deutschland abgelegt und somit seinen Beitrag für einen Sozialstaat geleistet was leisten Linke und sonstige die dagegen sind auser das sie dem Steuerzahler auf der Tasche liegen. Ich meine Frau und meine Freunde und Bekannten sind Stolz auf diese Generation.Aber nicht auf Spinner die meinen es geht auch ohne,wo ist deren Beitrag.

  2. 2 Branenburgerin 13. November 2009 um 14:14 Uhr

    Was hat er den geleistet in dem er seinen Satz aufgesagt hat? Tolle Leistung die Wiese eines Bauern zu zertrampeln und auf ein Land (nicht mal auf das Grundgesetz) zu schwören. Für mich ist das Gelöbnis nur Steuergelderverschwendung welches dem Sozilastaat schadet. Jeder Zivieldienstleistende leistet mehr für den Sozialstaat als ihr Sohn.

  3. 3 Fred Nilstag 13. November 2009 um 14:49 Uhr

    @ Alwin Schwarz. Sehr qualifizierter Beitrag ;-) Menschen welche nicht ihrer Meinung sind als Spinner zu bezeichnen ist schon eine tolle Leistung. Genauso eine Tolle Leistung die ihr Sohn vollbracht hat ich schließe mich BRANEBURGERIN an, was hat ihr Sohn den bitte geleistet

    @Brannenburgerin ich finde es falsch Zivieldienst hochzuloben. Er ist eben auch nur ein Militärersatzdienst. Also irgendwie Soldaten nur ohne Waffen mit erwas sinnvolleren Aufgaben. Auch will ich nicht gegeneinander Aufrechnen wer was für den Sozialstaat leistet. Gelöbnisse sind einfach vordemokratisch und werden in einer Demokratie nicht mehr gebraucht. Öffentliche Gelöbnisse sind natürlich noch schlimmer, es ist eine Einzige Kriegspropaganda. Oder wie Tucholsky sagt: „Jubel über militärische Schauspiele ist eine Reklame für den nächsten Krieg“

  1. 1 Provokation der Bevölkerung oder Würdigung soldatischer Leistungen? Die Bundestaskandidierenden zum öffentlichen Gelöbnis. « Brannenburg aktuell Pingback am 25. September 2009 um 2:31 Uhr
  2. 2 Muss das sein? öffentliches Gelöbnis in Brannenburg « Brannenburg aktuell Pingback am 06. Oktober 2009 um 10:01 Uhr
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