Florian Weber (Bayernpartei): Eine Demokratie braucht den Freiraum

Anlässlich der Bundestagswahl am 27.09.09 haben wir (Brannenburg aktuell) am 07.09. eine Interviewanfrage (Fragebogen) an alle 11 Direktkandidat_innen gemailt. Die Interviews werden wir in der Reihenfolge der eingegangenen Antwortmails auf unserem blog veröffentlicht. Die Interviewserie beginnt mit Florian Weber von der Bayernpartei, er hat als erster geantwortet. Morgen folgt das Interview mit Siegfried Pielsticker. Wer einen individuelle Frage an die Kandidat_innen hat kann auch Abgeordnetenwatch nutzen

Nun zum Interview:

A) STECKBRIEF

Name, Vorname: Weber, Florian
Haben Sie weiter zweite, dritte , vierte Vornamen: ja
Partei: Bayernpartei
Geburtsdatum: 10.11.1963
Geburtsort: Bad Aibling
Wohnort: Bad Aibling
Erlernter Beruf: Tierheimleiter
Derzeit ausgeübter Beruf: Geschaeftsfuehrer

Florian Weber (BP)
Hobbys: Mit meinem Hund spazieren gehen – Lesen – Freunde treffen
In meiner Freizeit würde ich nie: Extremsport betreiben
Ich bin Mitglied in folgenden Vereinen, Gruppen etc.:

  • Bayernpartei
  • Tierschutzverein Regensburg
  • Bayernbund
  • Meine Lieblingsfernsehsendung: Rundschau
    Bestes Buch das ich gelesen habe: „Gelaechter von Aussen“ von Oskar Maria Graf
    Das letzte Buch welches ich gelesen habe: „Der Aufstand der Boxer“
    Folgende Zeitungen, Zeitschriften habe ich abonniert: Mangfall Bote – Freies Bayern
    Folgende Musik gefällt mir: Ziemlich vieles, vorallem aber Volksmusik und Rock n Roll


    Eine tolle Inernetseite, welche ich weiter empfehlen würde: bayernpartei.de
    Meine Homepage: keine eigene, aber einen Blog via obige Homepage erreichbar

    Zu Brannenburg fällt mir spontan folgende drei Stichworte ein: Heimat – Schloss – Bundeswehr
    Meine nächsten Wahlkampfveranstaltungen in der Nähe von Brannenburg: (Anm. Brannenburg aktuell: Frage wurde nicht beantwortet)

    B) Partei:

    Logo der Bayernpartei


    Seit wann sind Sie Mitglied ihrer Partei? Seit etwas mehr als 10 Jahren
    Warum sind Sie damals genau in diese Partei eingetreten:
    Weil mich die Idee eines freien Bayerns in einem Europaeischen Staatenbund begeistert.

    Was sehen Sie an den Inhalten ihrer eigenen Partei negativ?
    Da ich Parteivorsitzender bin gibt es da eigentlich nichts mehr.

    Gibt es einen Ortsverein ihrer Partei in Brannenburg, wenn ja wieviele Mitglieder hat dieser?
    Einen eigenen Ortsverein gibt es nicht aber mehrere Mitglieder.

    Wieviele Mitglieder hat ihre Partei in Stadt und Landkreis Rosenheim?
    107

    Veranstaltet ihre Partei in der Region auch für Nichtmitglieder zugängliche, regelmäßige offene Treffen, Stammtische oder ähnliches? Wenn ja wann und wo?
    Ja, diese werden in der Presse angekuendigt

    C) Interview (Politik):

    Warum kandidiere Sie den Bundestag?
    Weil die Menschen in Bayern und insbesondere im Landkreis Rosenheim, eine bessere Interessenvertretung verdient haben.

    Wenn Sie einen Sitz im Bundestag erreichen, in welchem Ausschuss möchten Sie mitarbeiten und warum?
    Am liebsten im Vermittlungsauschuss, dies insbesondere um die Rechte der Laender und damit auch Bayerns zu schuetzen. Damit in Landwirtschaft, Kultur und vielen anderen Bereichen eine Ortsnahe und keine zentralistische Politik betrieben wird.

    Warum sollen BürgerInnen aus Brannenburg Sie wählen, was würden Sie im Bundestag erreichen wollen, was speziell Brannenburg betrifft?
    Heimat ist fuer mich insbesondere der Landkreis Rosenheim, dies beinhaltet natuerlich auch Brannenburg. Besonders wichtig ist hier auch die Moeglichjkeit fuer Einheimischenmodelle zu erhalten, damit Ortsansaessigen die Moeglichkeit erhalten bleibt in ihrer Heimat Wohnraum fuer den eigenen Bedarf zu schaffen.

    Die Inntalautobahn sorgt in der Region immer wieder für Diskussionen (Stichpunkte: Lärmschutz, zusätzliche Fahrspuren, Anwohnerbelastung, LKW Fahrverbot, Brenner-Tunnel). Sollte Ihrer Meinung nach an dem Istzustand etwas geändert werden und wenn was?
    Ein Ausbau sollte nach dem Prinzip 4 plus 2 erfolgen. Das heisst die Standspuren koennten so ausgebaut werden, dass sie im Bedarfsfall elektronisch freigeschaltet werden koennen.

    Brannenburg als Luftkurort ist ein beliebtes Ferienziel. Tourismus hat aber auch Nachteil. Sollte ihrer Meinung nach der Tourismus gefördert werden und wenn wie?
    Ich trete fuer eine Foerderung des „sanften Tourismus“ ein. Dies bedeutet eine sinnvolle Synthese aus Fremdenverkehr mit dem Erhalt der Heimat, welche ja auch Grundlage fuer den Tourismus ist.

    Am 12.11.09 findet in Brannenburg ein öffentliches Gelöbnis der Bundeswehr statt. Als ein solches (von Kritikern_innen als „vordemokratisches Ritual“ bezeichnetes) Gelöbnis vor wenigen Wochen in München stattfand, gab es große Proteste. „Den Hippokratischen Eid schwören die Medizinstudenten nicht auf dem Marienplatz, sondern in der Uni“ meinte der Regisseur Michael Verhoeven und die Gewerkschaft ver.di befürchtet, dass „die Bevölkerung an das Auftreten der Bundeswehr in der Öffentlichkeit und letztlich an den Einsatz militärischer Mittel zu gewöhnt werden soll“. Wie stehen Sie zu einen solchen öffentlichen Militärspektakel, welches oft auch wegen „Steuergeld verschwendung“ kritisiert wird?
    Ich bin im Prinzip fuer oeffentliche Geloebnisse, da ich grundsaetzlich die Landesverteidigung bejahe und die Bundeswehr in der Mitte der Gesellschaft bleiben sollte. Gleichzeitig halte ich den derzeitigen Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch fuer falsch und wuerde darueber hinaus eine Berufsarmmee vorziehen. Allein die bekannte Wehrungerechtigkeit ist einer von mehreren Gruenden die Wehrpflicht zu beenden.

    Was ich noch sagen möchte:
    Ein besonderes Anliegen istes mir die demokratischen Mitbestimmungsrechte der Menschen zu verbessern, Dies bedeutet u. a. die Schaffung von Volksbegehren und Entscheiden auch auf Bundesebene. Darueber hinaus sollte die nahezu vollstaendige Ueberwachung der Buerger
    abgebaut werden. Eine Demokratie braucht den Freiraum ihrer Buerger, damit sie nicht schleichend ihre Existenz aufgibt.


    1 Antwort auf „Florian Weber (Bayernpartei): Eine Demokratie braucht den Freiraum“


    1. 1 (notwendig) 09. September 2009 um 10:44 Uhr

      Ja der Saubua! Woas denn der ned, wias am Oskar Graf beim Militär ganga is?

      Unser Unteroffizier war eine kleines, kugelrundes Männchen und dazu noch Onithologe, das heißt, ins Praktische übersetzt, Vogelhändler. Er hatte einen schneidigen Ton, und man lernte gut beim ihm. Aber ich mußte bei der geringsten Gelegenheit lachen, was ihn furchtbar alterieren konnte.
      »Was lachen Sie denn immer?« schrei er mich an. Ich lachte noch mehr, ohne zu wissen, warum. »Kommen Sie aus dem Narrenhaus?« bebte die Stimme. Ich musste noch mehr lachen. Er ließ mich wegtreten. Solange exerziert wurde, stand ich da und sah zu. Manchmal traf mich ein drohender Blick des Korporals, aber ich konnte mir nicht helfen, das Männchen war so drollig in seiner Wut. Er sah, wenn man nur den Kopf betrachtete, wie er immer röter wurde, sich an wie eine geschwollene, kinderballonähnliche Wurst. […] Am anderen Tag ging es ans Erlernen von Ehrbezeigungen. Wir mußten im Gänsemarsch um Herrn Unteroffizier herummarschieren und ihn – hand an der Schläfe und den Blick ihm zugewendet – grüßen. Ich lachte schon wieder über die Wurst. Der Korporal schimpfte. Ich lachte lauter. Er fauchte auf mich zu. Ich lachte noch mehr und konnte kaum mehr gerade stehen. […]
      Und wieder, wieder immer wieder mußte ich zurück und, die Hand an der Schläfe, das Gesicht dem Korporal zugewendet, vorbeidefilieren. Mein Lachen verstärkte sich zur Salve. Der Unteroffizier sprang, fauchte, piepste. Da auf einmal brach ich zu Boden vor Lachen, hielt noch immer die Hand an der Schläfe und sah den vollkommen ratlosen, wütenden Unteroffizier an. Alle lachten.

      Und dann is a as erste moi zum Arrestfeldwebel kemma. Arrest und strenga Arrest hod a no oft kriagt:

      »Drei Tage Strengen!« war der Schluß einer großen Schimpferei. Peperl führte mich wieder ins Gemeindehaus. Er tat das immer einer Art bedrückter Förmlichkeit, getraute sich nicht, mich anzuschauen und antwortete auf keine meiner Fragen. Die alten Erzgebirgler empfingen mich mit der gleichen, selbstverständlichen Freundlichkeit. Dies gefiel mir. Immerzu, dachte ich, immer so weiter! Was schert mich eine Eintragung in den Militärpaß? Den zerreiße ich ja doch. Was die Herren Militärs über meinen Leumund aussage, kann mir schnuppe sein.
      Vor Langeweile zeichnete ich die wände meines Arrestraums voll und schrieb an alle Ecken und Enden: >Nieder mit dem Krieg!Die Masse macht es nicht! Der Einzelne muss es machen!
      A baar dog späda nocha:

      Es war elf Uhr nachts geworden, als wir im Arrest ankamen. »Schon wieder da, Graf?« sagte der Feldwebel und entließ die drei. «Es gefällt mir so bei euch.«, sagte ich und lachte. Ich kam in meine alte Zelle, zündete mir eine Zigarette an, ging etwas nervös auf und ab und leuchtete die Wände ab. Da hatte einer unter meine Schreibereien geschrieben: >Sehr Richtig!
      Aus: Wir sind Gefangene. Ein Bekenntnis.

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