Gebirgsjäger wegen Kriegsverbrechen verurteilt.

Lebenslang wegen des Mordes in zehn Fällen“, so urteilte das Landgericht München über Josef Scheungraber, ehemaliger Kompaniechef eines Gebirgspionier-Bataillons. Der heute 90-Jährige aus Ottobrunn bei München hatte im Juni 1944 den Befehl zum Töten von 14 italienischen Zivilisten gegeben.
„Bei seinem Vorgehen kam es dem Angeklagten darauf an, seinen Hass wegen des Todes seiner Soldaten abzureagieren und sich zu rächen.“ so Richter Manfred Götzl. 2006 wurde der Kriegsverbrecher wegen des Massakers bereits von einem italienischen Gericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.
Während des Prozesses wurde bekannt, dass sich als Zeugen geladene ehemalige Gebirgsjäger am 4.12.2006 in einem Gasthaus in Rohrdorf bei Rosenheim verabredeten. Der verurteilte Kriegsverbrecher ist Mitglied des umstrittenen Kameradenkreis der Gebirgstruppe, welcher sich dieses Jahr mit einem Infostand bei dem Tag der offenen Türe in der Brannenburger Karfreit-Kaserne präsentieren konnte. Die infogruppe rosenheim kritisiert,(unter bezugnahme auf unseren blog – Danke für die Blumen) dass sich eine solch zweifelhafte Organisation, welche der AK Angreifbare Traditionspflege als „Selbsthilfegruppe für Kriegsverbrecher“ bezeichnet, von der Bundeswehr eingeladen oder zumindest toleriert wird. In der Pressemitteilung heißt es: „Auch hier wird deutlich, dass die Bundeswehr selbst eine Kontinuität zur Wehrmacht aufbaut, obwohl dieser mehr und mehr Kriegsverbrechen nachgewiesen werden“. Darüber hinaus wird eine offensive Auseinandersetzung mit der Geschichte gefordert: „Auch der Gemeinde Brannenburg stünde es gut, sich mit der mörderischen Tradition der Gebirgstruppe kritisch auseinanderzusetzen,“ meint Michael Kurz, Pressesprecher der infogruppe rosenheim. Die baldige Auflösung der von den Nazis erbauten Kaserne biete die Möglichkeit einer „demokratischen und friedlichen Umwidmung der Räumlichkeiten: Für ein Informationszentrum über die Kriegsverbrechen der Gebirgsjäger wäre dies ein optimaler Ort,“ erklärt Kurz abschließend.

Das Bild zeigt Demonstrant_innen mit den Namenschildern der 14 Zivilpersonen welche bei dem Gebirgsjägermassaker in dem italienischen Dorf Falzano di Cortona (bei Arezzo) ermordet wurden.

Das Bild zeigt Demonstrant_innen mit den Namenschildern der 14 Zivilpersonen welche bei dem Gebirgsjägermassaker in dem italienischen Dorf Falzano di Cortona (bei Arezzo) ermordet wurden.


1 Antwort auf „Gebirgsjäger wegen Kriegsverbrechen verurteilt.“


  1. 1 SS-Mörder Heinrich Boere in Aachen vor Gericht « Brannenburg aktuell Pingback am 16. Oktober 2009 um 20:22 Uhr
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