Archiv für August 2009

Bully, Wickie , und Brannenburg

Am 09.September 2009 kommt der Film Wickie und die starken Männer in die Kinos. Die Dreharbeiten in München, Walchensee (Bayern) und Malta dauerten vom 5. August bis 13. November 2008, der Kinostart ist am 9. September 2009. Regie führte Michael „Bully“ Herbig. Den Spitznamen Bully hat Herbig übrigens aus seiner Schulzeit in Brannenburg (Internat Schloss Brannenburg). Weil er in der Schule ein Trikot des FC Bayern München trug, deren damaliger Sponsor Magirus-Deutz mit dem Slogan Die Bullen kommen!warb wurde er von einem Lehrer wurde er fortan Bully genannt, da in der Klasse mehrere Jungen Michael hießen. Bereits zu seiner Brannenburger Schulzeit war er eine „Klassenkomiker“ wie er der Osnabrücker Zeitung in interview sagte: „Ich war immer der Kleinste. Vielleicht habe ich unbewusst versucht, das Manko mit Situationskomik und Schlagfertigkeit zu kompensieren. Vielleicht kam auch eine gewisse Tollpatschigkeit hinzu. Ich fand es aber toll, dass ich die Mädchen zum Lachen bringen konnte.“

Das ganze Interview, welches vergangenene Donnerstag veröffentlicht wurde, gibt es hier zu lesen:

http://www.neue-oz.de/information/noz_print/interviews/20090827-Bully-Herbig-hadert-mit-Hollywood.html

Bully

Bild: Michael Herbig mit Madame Tussauds Wachsfigur bei der Pressekonferenz von „Wickie und die starken Männer“, 03.08.2009 Urheber: Franz Richter

Vom Sprachkurs zur Höhlentour – Das neue VHS Programmheft

Das neue Programmheft der der Volkshochschule Brannenburg für das Herbstsemester 2009 (Start ab 15. September )ist da und liegt an zahlreichen Stellen im Ort aus. Natürlich gibt es das Programm auch online unter www.vhs-brannenburg.de. Neben Sprach- (Englisch, Französisch, Italienisch, Norwegisch, Spanisch, Slowenisch,Ungarisch) , Arbeits (z.B. Computerkurse) und Gestaltungskursen, gibt es auch unter der Roubrik „Politik-Gesellschaft-Umwelt“ einige interessante Veranstaltungen. So gibt es am So 11.10 zum Beispiel eine Höhlentour „Wendelstein Inside“.
Mehr Infos und Anmeldung: www.vhs-brannenburg.de.
VHS Brannenburg

Gut, dass wir eine Tafel haben und dennoch schade, dass wir sie brauchen.

Bereits am 1. Juli 2009 berichtete „Brannenburg aktuell“ in dem Artikel „Es ist angerichtet: Tafel bald auch in Brannenburg!„über die geplante „Brannenburger Tafel“, Hintergründe zu den Tafeln und auch Kritik an den Tafeln. Nach 2jähriger Vorarbeit, hat nun am Mittwoch, 12. die Brannenburger Tafel (die 11. Tafel im Landkreis Rosenheim) zum erstenmal geöffnet.
Jeden Mittwoch von 13.00 Uhr – 14.30 Uhr werden nun Lebensmittel an Bedürftige ausgegeben (Eigenanteil von 0,50 Euro). Bedürftige müssen sich jedoch zuvor Berechtigungsscheine im Pfarrbüro, Kirchenstr. 26, abholen. Spender_innen können jeweils am Mittwochvormittag zwischen 8.30 und 11.30 Uhr ihre Lebensmittel in die Tafel bringen.
Pfarrer Bernhard Bielasik, auf dessen Initiative sich die Tafel gründete sagte bei der Eröffnung: „gut, dass wir eine Tafel haben und dennoch schade, dass wir sie brauchen.“

Fr 21.08 : folk´n roll auf der Alm

dead slow ahead
Für alternative Konzerte gibt es in Brannenburg eigentlich nur drei Lokalitäten. Das Schnader, das irgenwie und sowieso und die Breitenberghütte. Wobei natürlich ein konzert auf der Berghütte immer einen besonderen Scham hat. Am Kommenden Freitag ist es wieder soweit. Es ist ein Konzert auf der Hüttn und dieses mal mit den Brannerburger Lokalmatadoten von. Dead slow Ahead (auf deutsch: ganz langsam voraus). Die drei Jungs spielen so ne Art folk´n roll, am Besten ihr geht mal auf deren myspaceseite und schaut ob euch die Hörproben gefallen.

Das Naturfreundehaus „Breitenberghütte“ liegt am Südhang des Breitenberges, im Gebiet des Wendelsteines und ist nur zu Fuß (ca. 3/4 Std. Gehzeit) zu erreichen.Es ist auch eine Übernachtung (9 € / 7 € ) möglich.

Ausserdem ist auf der Breitenberghütte derzeit die Fotoausstellung Menschen im Himalaya von Ernst Steiner  zu sehen.

Bender: Neben 1860 werden mir vor allem die Berge fehlen

Der Brannenburger Fußballhoffnung Lars Bender wechselt (für mehr als 2,5 Millionen Euro ) von 1860 zu Bayer Leverkusen. Heute räumte der 20 Jährige seinen Spind an der Grünwalder Straße aus. Die Abendzeitung führte ein Interview mit ihm, welches wohl morgen abgedruckt wird, aber jetzt schon online ist. Auf die Frage der AZ Was wird ihm welcher in Brannenburg aufgewachsen ist am meisten fehlen werde, antwortete Bender: „Neben 1860 werden mir vor allem die Berge fehlen.“
Das komplette Interview gibt es HIER: http://www.abendzeitung.de/sport/tsv_1860/126357 zu lesen.

Lars Bender

Foto von mt7 :Lars Bender am 20.01.07 bei Training des TSV 1860 an der Grünwalder

So. 23.08.09: Patrozinium am Wendelsteinkircherl

Zum 120 mal jährt sich heuer die Setzung des Turmkreuzes am Wendelsteinkircherl. Das Kreuz, welches rund 50 kg wiegt, wurde 1889 vom Königlich Bayerischen Hofposamentier Ludwig Beck gestiftet.. Zum Patrozinium am kommenden Sonntag (23.08.09) wird Pfarrer Josef Steindlmüller um 11:00 Uhr die Messe halten. Musikalisch umrahmt wird der Gittesdienst durch den Montini-Chor .
wendelsteinkircherl
Bild: Wendelsteinkircherl

Beim Patroziniumsfest feiert eine katholische Pfarrgemeinde gemäß dem liturgischen Kalender den Gedenktag des Schutzheiligen, dessen Namen ihre Kirche trägt. „Das Wendelsteinkircherl wurde beispielsweise der Maria Mutter Gottes, der Patronae Bavariae geweiht. Das Patrozinium hat den Rang eines Hochfests. Im Mittelalter und in vielen katholischen Gegenden bis heute wird das Patronatsfest aufwändig begangen. Die Bevölkerung der Umgebung besucht die Kirche, deren Fest gefeiert wird. Der Besuch kann gar als Wallfahrt verstanden werden und mit einem „Ablass“ verbunden sein. Wenn es – wie am Wendelstein – die Umstände erfordern, kann das Patronatsfest am Sonntag vor oder nach dem Kalenderdatum des Schutzheiligentages begangen werden.“ heißt es in einer Pressemitteilung der Wendelsteinbahn.
Nach der Kirche spielt die Musikkapelle Brannenburg zum Frühschoppen auf der Bergterrasse.

66. Jahrestag des Massaker in Kommeno

Heute jährt sich das Massaker in Kommeno l. Gebirgsjäger der 1.Gebirgsdivision haben am 16. August 1943 in Kommeno 317 Männer, Frauen und Kinder hingemetzelt“. (vgl. Hermann Frank Meyer: Blutiges Edelweiss: die 1. Gebirgs-Division im Zweiten Weltkrieg, S. 207 ff)

Gebirgsjäger der 1. Gebirgsdivision waren ab 1943 im ehemaligen Jugoslawien (Montenegro, Serbien), in Albanien und in Griechenland an zahlreichen Massakern an Zivilisten, an Geiselerschiessungen und der Ermordung von Kriegsgefangenen beteiligt“. Einige der schlimmsten Gebirgsjägermassaker waren in Kefalonia (ca. 5.000 ermordete italienische Kriegsgefangene), in Korfu (ca. 700 Kriegsgefangene), Kommeno (317 Frauen, Männer und Kinder), Lyngiades (80 Menschen), Skines (146 Männer und 2 Frauen), Lamerivio (98 Männer und Frauen), Paramythia (49 Männer und Frauen), Mousiotitsa (153 Männer, Frauen und Kinder)
http://www.hfmeyer.com/german/veroeffentlichungen/mousiotitsia/index.html

Der österreichische Nationalratsabgeordneter Johann Maier fordert deshalb: „Nachdem die Namen der an Kriegsverbrechen beteiligten Gebirgsjägerbekannt sind, liegt es an der österreichischen Justiz gegen die noch lebenden Gebirgsjäger in Österreich vorzugehen. In Deutschland wurde letzte Woche ein ehemaliger Leutnant der Gebirgspioniere von einem Schwurgericht wegen mehrfachen Mordes an Italienern im Jahr 1944 zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Mord verjährt nie,auch nicht in Österreich“

Wir meinen auch in Brannenburg sollte über die mörderische Geschichte am Ort ansässigen Gebirgsjäger auseinandergesetzt werden.

Auf der Lokomotive nach Brannenburg

Wer ist beim nächtlichen Fernsehzappen nicht schon mal auf die Endlosbilder aus einer Bahnlokomotive gestoßen? „Deutschlands schönste Zugstrecken“ oder so ähnlich heißt die Sendung im Nachtprogramm, welche für Fans angeblich interessanter als“ Kaminfeuer“ oder „Schafe zählen“ sein soll. Seit vergangenen Mittwoch (12.08.09) sind auf youtube auch Videos von lokale Führerstandsmitfahrt. z.B. von der Strecke
Oberaudorf-Brannenburg

oder .von Brannenburg-Raubling zu finden.

Eingestellt hat die Videos von der Mitfahrt Inntalstrecke der youtubeuser stinkimausfroscherl mit dem Vermerk das es sich bei dem Zug um einen „ ET 425“ handelt.

fremdgelesen- „Soldat auf Probe“

Über ein „ Jugend-Camp der Bundeswehr in Brannenburg“ berichtet heute(Do 13.08) die Süddeutsche Zeitung. Die Bundeswehr scheint dabei aber oft nicht ihr wahres Gesicht zu zeigen wie zwischen den Zeilen gelesen werden kann: „“Heute geht“s rauf auf den Berg“, sagt Eisheuer und warnt, dass der Aufstieg anstrengend wird. Er spricht zwar mit kräftiger, durchdringender Stimme. Der typische Bundeswehr-Drill kommt jedoch nicht durch. Wenn er keine Tarnkleidung trüge, könnte der Stabsfeldwebel als Sportlehrer durchgehen.“ und auch mit den töten von Menschen und Auslandseinsätzen werden die Jugendlichen scheinbar nicht konfrontiert „ Eine Theoriestunde, in der die Jugendlichen mit Soldaten über Auslandseinsätze beispielsweise in Afghanistan sprechen, steht während der drei Tage aber nicht auf dem Programm. Eisheuer glaubt jedoch, dass die
Die Charaktere welche an solch einem Camp teilnehmen scheinen ganz unterschiedlich zu sein. Der von der SZ beschrieben Christoph, wirkt dabei wie der ein klischeehafter ungebildeter Macho-Proll:“Ein richtiger Soldat brauche schließlich Energie und nicht ein paar wässrige Vitamine. Und was, wenn er bei einem Auslandseinsatz ums Leben kommt? „Pech gehabt“, sagt Christian. Für sein Vaterland würde er auch sterben, oder auch, um das Leben eines Kameraden zu schützen, tönt er. Der leidenden Tamara, die immer wieder anhalten muss, um zu verschnaufen, hilft Christian aber nicht.“
Bei Tamara hingegen wird deutlich wie die Bundeswehr bewusst die Notlage junger Menschen versucht auszunutzen. „Die 18-Jährige ist gelernte Pflegehelferin, nach der Ausbildung bekam sie keinen Job. Weil sie sich vorstellen konnte, Sanitäterin zu werden, hat sie sich für das Bundeswehr-Camp angemeldet.“
Der Artikel „Soldat auf Probe“ ist im Internet kostenlos abrufbar. Er Endet übrigens mit den Worten „Nach den ersten drei Jahren könnte Christian bereits im Ausland eingesetzt werden. Da gelten andere Regeln als auf dem Wendelstein.“. Wie wahr.

Spielplatz Krieg

Am Tag der offenen Tür der Karfreit Kaserne in Brannenburg gab es, neben vielen anderen „Attraktionen“ für Groß und Klein, unter anderem auch die Möglichkeit für Kinder Minen zu suchen und mal eine richtige Waffe in der Hand zu halten.
Kinder beim Minensuchen in der Karfreitkaserne
Fern jeglichen Bewusstseins der weltweit verbreiteten „Beziehung“ zwischen Kindern und Minen, sowie Waffen, soll hier die Bundeswehr scheinbar schon bei den Kindern als attraktiv dargestellt werden – ein großes lustiges Spiel fernab jeglicher kriegerischer und tödlicher Folgen und Absichten.
Unabhängig von der Bewertung des Versuchs der positiven Darstellung der Bundeswehr als „normaler“ Arbeitgeber, Spaß- und Freizeitfaktor und „Verteidigungsarmee“ ist das Spiel von Kindern mit Minen und Waffen nicht nur geschmacklos, sondern schlicht widerwärtig. Weltweit befinden sich mehr als 250.000 Kinder als Soldaten im Kriegseinsatz und sind gut zu einem Drittel Opfer von Minen in (ehemaligen) Kriegsgebieten.
Kinder mit Waffen in der Karfreitkaserne

Kinder als bevorzugte Opfer von Landminen
„Nach Angaben der Vereinten Nationen sind über 60 Millionen Landminen in mehr als 70 Ländern dieser Welt verlegt“ (1); von Minen und Blindgängern werden jährlich mehr als 20.000 Menschen verletzt (als ein Beispiel für registrierte tote und verletzte Minenopfer kann das Jahr 2001-2002 betrachtet werden: www.landmine.de/fix/minenopfer.htm). Diese haben gerade bei Kindern verherrende Auswirkungen, die bis zu einem Drittel zu den Opfern von Minen zählen. Da gerade Antipersonenminen darauf ausgerichtet sind Erwachsenen schwere Verletzungen an Extremitäten zuzufügen, bedeutet dies für Kinder oftmals den Tod. Da sie mit ihrer geringeren Körpergröße der Explosion der Mine deutlich näher sind, überleben sie diese seltener; auch führt eine Mine die dazu dienen soll einem Erwachsenen ein Bein wegzureißen bei Kindern leicht zu tödlichen Verletzungen lebenswichtiger innerer Organe. Überleben sie einen Minenunfall ergeben sich weitere spezifische Probleme, da z.B. der Prothesenbau besonders aufwendig ist, aufgrund des schnellen Wachstums der Kinder, weswegen sie alle 6-9 Monate eine neue Prothese brauchen.

„Das Ding sah aus, wie der Plastikdeckel einer Thermoskanne. Es lag am Straßenrand unweit eines Dorfes im Norden Somalias. Auch der von kindlicher Neugier erfüllte Griff nach dem interessanten Objekt war nichts besonderes. Doch dann der grelle Blitz, der ohrenbetäubende Knall, der sonderbare Geruch. – Erst im Krankenhaus von Hargiesa kam der sechsjährige Junge wieder zu sich. Die Explosion der Mine hatte er überlebt – auf beiden Augen erblindet, das Gesicht entstellt, die rechte Hand amputiert und beide Knie durch Schrapnell derart zerstört, daß er seitdem nicht mehr gehen kann“ (2)
Schmetterlingsmine

Ein Problem der Minen ist ihr Aussehen. Für Kinder wirken sie erstmal wie Spielzeug: klein, interessant und bunt, in einer verwirrenden Vielfalt an Farben und Formen, u.a. Jo-Jos oder einer Ananas ähnlich. „Gerade in den Ländern, die gerade einen Krieg hinter sich haben, sind viele Kinder auch nicht zur Schule gegangen. Daher wissen sie nichts von der Gefahr, die auf sie im Boden lauert. Auf die Suche nach Feuerholz, beim Wasser holen oder Vieh hüten geraten sie leicht in vermintes Gelände.“ (3)

Kinder als Soldaten
Weltweit werden etwa 250.000 bis 300.000 Kinder als Soldaten eingesetzt. Aufgrund mangelnder Perspektiven oder durch Zwang werden sie in verschiedenen Ländern zum Kämpfen missbraucht. Historisch betrachtet wurden Kinder bereits im Dreißigjährigen Krieg, in den napoleonischen Kriegen, im amerikanischen Sezessionskrieg, sowie im zweiten Weltkrieg als Luftwaffenhelfer, bei der Wafffen-SS und im Volkssturm eingesetzt. Heutzutage sind Kindersoldaten u.a. in Ländern wie Kolumbien, Burma, Angola, Indien, Afghanistan und Indonesien zu finden (4). Dabei geht es nicht um Belange von Kindern und deren Interessen und Bedürfnissen, anstelle dessen werden die geschlagen, misshandelt und müssen beispielsweise ihre Freunde und andere Kinder töten mit dem Ziel der „Einschüchterung, Erzwingung absoluten Gehorsams und Abstumpfung gegen Grausamkeit.“ (ebd.)
Kindersoldat(5)

Natürlich kann argumentiert werden, dass Kinder nun mal gerne mit Waffen spielen und diese eine gewisse Attraktivität ausüben. Trotzdem bleibt zu hinterfragen, ob dies unterstützt werden muss oder beispielsweise nicht vielmehr Mitbestimmungsfähigkeit und demokratische Teilhabe im Fokus stehen sollten.
Vor diesem Hintergrund kann das Spiel von Kindern mit echten Waffen und das spielerische Suchen von Minen in der brannenburger Kaserne weder als gelungene Unterhaltung der Anwesenden betrachtet werden, noch zeigt sich ein reflektierter Umgang des Militärs mit dessen Materialien, Alltag und ureigenstem Milieu: dem Krieg und damit dem gezielten Töten und Verletzen von Menschen.

Fußnoten:
(1) www.tdh.de/content/themen/weitere/landminen/daten_fakten.htm
(2) www.uni-muenster.de/PeaCon/wuf/wf-98/9820206m.htm
(3) www.helles-koepfchen.de/artikel/749.html
(4) vgl. www.tdh.de/content/themen/weitere/kindersoldaten/daten_und_fakten.htm
(5) images.zeit.de/bilder/2007/45/international/kindersoldat/kindersoldat-artikel.jpg

Gebirgsjäger wegen Kriegsverbrechen verurteilt.

Lebenslang wegen des Mordes in zehn Fällen“, so urteilte das Landgericht München über Josef Scheungraber, ehemaliger Kompaniechef eines Gebirgspionier-Bataillons. Der heute 90-Jährige aus Ottobrunn bei München hatte im Juni 1944 den Befehl zum Töten von 14 italienischen Zivilisten gegeben.
„Bei seinem Vorgehen kam es dem Angeklagten darauf an, seinen Hass wegen des Todes seiner Soldaten abzureagieren und sich zu rächen.“ so Richter Manfred Götzl. 2006 wurde der Kriegsverbrecher wegen des Massakers bereits von einem italienischen Gericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.
Während des Prozesses wurde bekannt, dass sich als Zeugen geladene ehemalige Gebirgsjäger am 4.12.2006 in einem Gasthaus in Rohrdorf bei Rosenheim verabredeten. Der verurteilte Kriegsverbrecher ist Mitglied des umstrittenen Kameradenkreis der Gebirgstruppe, welcher sich dieses Jahr mit einem Infostand bei dem Tag der offenen Türe in der Brannenburger Karfreit-Kaserne präsentieren konnte. Die infogruppe rosenheim kritisiert,(unter bezugnahme auf unseren blog – Danke für die Blumen) dass sich eine solch zweifelhafte Organisation, welche der AK Angreifbare Traditionspflege als „Selbsthilfegruppe für Kriegsverbrecher“ bezeichnet, von der Bundeswehr eingeladen oder zumindest toleriert wird. In der Pressemitteilung heißt es: „Auch hier wird deutlich, dass die Bundeswehr selbst eine Kontinuität zur Wehrmacht aufbaut, obwohl dieser mehr und mehr Kriegsverbrechen nachgewiesen werden“. Darüber hinaus wird eine offensive Auseinandersetzung mit der Geschichte gefordert: „Auch der Gemeinde Brannenburg stünde es gut, sich mit der mörderischen Tradition der Gebirgstruppe kritisch auseinanderzusetzen,“ meint Michael Kurz, Pressesprecher der infogruppe rosenheim. Die baldige Auflösung der von den Nazis erbauten Kaserne biete die Möglichkeit einer „demokratischen und friedlichen Umwidmung der Räumlichkeiten: Für ein Informationszentrum über die Kriegsverbrechen der Gebirgsjäger wäre dies ein optimaler Ort,“ erklärt Kurz abschließend.

Das Bild zeigt Demonstrant_innen mit den Namenschildern der 14 Zivilpersonen welche bei dem Gebirgsjägermassaker in dem italienischen Dorf Falzano di Cortona (bei Arezzo) ermordet wurden.

Das Bild zeigt Demonstrant_innen mit den Namenschildern der 14 Zivilpersonen welche bei dem Gebirgsjägermassaker in dem italienischen Dorf Falzano di Cortona (bei Arezzo) ermordet wurden.

Fremdgelesen – Im Durchfahrland – Brennerautobahn

„Über den Brennerpass fahren täglich Tausende Laster und Pkw. Die Anwohner leiden und zweifeln, ob der geplante Tunnel Abhilfe schaffen wird.“ so beginnt ein Artikel von Sebastian Beck in der Süddeutschen Zeitung. Der Artikel „Im Durchfahrland“ zum Thema Brennerautobahn ist unserer Meinung nach, nicht nur für leidgeprüfte Autobahnanwohner, sehr lesenswert.

Brannenburger Engelsgeflüster in Rosenheim

Die Brannenburger Künstlerin Maresa Schwab stellt derzeit Werke unter dem Titel „Engelsgeflüster“ in Rosenheim aus. Noch bis 28. August sind in „Strehles Biokantine“ (Samerstraße 12, Rosenheim) „Engelsbilder“ zu sehen. Das ovb bezeichnet die Malweise als „ von naiv bis abstrakt gehalten, ausgeführt in Acryl sowie Mischtechnik auf Leinwand“. Die Malerin mit dem Lebensmotto „IDEEN LEBEN DURCH KUNST UND EIGENSINN“ ist am am 7. und am 21. August von 9 bis 12 Uhr sowie am 14. und 28. August von 15 bis 18 Uhr anwesend.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Montag von 11.30 bis 18 Uhr
Dienstag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr

Gebirgsjäger als Kriegsverbrecher ?

Am 11. August wird die Strafkammer des Landgerichtes München I gegen den ehemaligen Gebirgsjäger, Josef Eduard Scheungraber aus Ottobrunn sprechen. Die Staatsanwaltschaft hat dem Angeklagten das am 27. Juni 1944 in der toskanischen Ortschaft Falzano di Cortona verübte Massaker zur Last gelegt, bei dem nach der Tötung zweier Wehrmachtssoldaten auf seinen Befehl als „Vergeltungsschlag“ 14 italienische ZivilistInnen ermordet worden sind. Wegen des Massakers in Falzano di Cortona wurden Scheunengraber 2006 in Italien zu lebenslänglicher Haft verurteilt, jedoch nie ausgeliefert.
Staatsanwaltschaft und die anwaltliche Vertretung der NebenklägerInnen (Hinterbliebnene und Nachkommen der Ermordeten) aus Falzano haben nun auch in dem Münchnen Prozess auf schuldig plädiert, die Verteidigung hat Freispruch beantragt.

Die Süddeutsche Zeitung und das Magazin Hinterland (S.66) berichtete übrigens, dass sich vor dem Prozess, als Zeugen geladene ehemalige Gebirgsjäger am 4.12.2006 in die Gaststätte Stocker in Rohrdorf verabreden.

Auf der Seite der Initiative „Keine Ruhe“ gibt es weitere Hintergrund Infos zu dem Prozess und laut indymedia soll am Dienstag, den 11. August 2009 ab 8.00 Uhr vor dem Landgericht München I im Justizzentrum in der Nymphenburger Straße 16. (U-Bahn-Haltestelle Stiglmaierplatz) eine antifaschistische Kundgebung anlässlich der Urteilsverkündung geben.

Breitenberghütte wieder geöffnet

Die Renovierung an der Breitenberghütte der Naturfreunde ist vorbei und die Hütte hat seit Mittwoch wieder geöffnet. Dort ist auch die Himalaja-Ausstellung von von Enst Steiner zu sehen, über welche wir am 02.Juli berichteten.
Die Breitenberghütte (1080 m) auf welcher auch übernachtet werden kann(9 € / 7 € ) ist in einem ca. 45 Minuten Spaziergang von St. Margarethen (bei Brannenburg) aus zu erreichen.
Das Naturfreundehaus hat Mittwoch bis Sonntag geöffnet, Montag und Dienstag sind Ruhetage.




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