Kriegspropaganda als Abschiedsshow?

Noch ist die Branneburger Karfreitkaserne, Sitz des Gebirgspionierbataillons 8. Der Standort wird jedoch im Zuge der Bundeswehrreform bis 2010 aufgelöst und das Gebirgspionierbataillon nach Ingolstadt verlegt. Drei Jahrelang hat der Bund dort an der Kaserne gebaut und dafür 130 Milionen Euro ausgegeben (Quelle: Augsburger Allgemeine) Für die Entscheidung zugunsten von Ingolstadt soll u.a. Horst Seehofer, welcher damals noch Bundestagsabgeordneter für Ingolstadt war, einer der bedeutenden Strippenzieher gewesen sein.

Wer die von den Nazis erbaute Kaserne noch einmal von innen sehen will, ehe die Soldaten abziehen hat am kommenden Samstag (11.07.09) noch einmal Gelegenheit. Unter dem Motto „mia sogń pfiad‘ eich!“laden Die Gebirgspioniere laden zu einem letzten Tag der offenen Tür. Offizielle Begrüßung durch den Bataillonskommandeur Herrn Oberstleutnant Gumprich wird um 9:15 Uhr sein. Laut Ankündigung der Bundeswehr sollen mit „Vorführungen aus Einsatz & Ausbildung, Fähigkeitsprofil der Pioniere, Ausstellungen, Vorträgen, Biergarten, Kinderprogramm und vieles mehr.“ Besucher_innen angelockt werden. Bilder von Tag der offenen Tür.2006 gibt es übrigens HIER
Antimilitarist_innen aus München kritisieren solche öffentliche Auftritte der Bundeswehr (wie Gelöbnisse oder auch den Tage der offenen Tür) als „Werben füs Sterben“ . Auch für die Informationsstelle Militarisierung (imi) ist ein solches öffentliches Auftreten ein „Kampf an der Heimatfront“ 2009 veröffentlichte die imi eine Studie welche sich näher mit dem „ Kampf um die „Hearts & Minds“ der deutschen Bevölkerung und um neue RekrutInnen für weltweite Militärinterventionen “ befasst. Wörtlich heißt es unter dem Punkt Bundeswehr auf Nachwuchs und Stimmungsfang: „ Die Bundeswehr zeichnet sich bei ihren Reklameeinsätzen vor allem durch ihr unverschämtes Verhalten aus. Absichtlich werden Minderjährige umworben und ihnen ein unkritisches Bild von der Armee präsentiert. Über Sport- und Abenteuerveranstaltungen werden die jungen Menschen für die Bundeswehr begeistert, um später an der Waffe zu dienen. Währenddessen wird auch bei älteren Menschen um Sympathien geworben. Nicht nur in Afghanistan tobt der Kampf um die „hearts & minds“
der Bevölkerung – wie es im Militärjargon heißt“
(Seite 5).

Als die Bundeswehr vor wenigen Wochen in Rosenheim an einer Berufsschule eine Werbeaktion durchführte kam es auch dort zu Protesten (Berichte bei indymedia, RFO, ovb). Für den Tag der offenen Türe sind laut der Homepage des Rosenheimer Friedensbündnis jedoch keine Protestaktionen geplant.


2 Antworten auf „Kriegspropaganda als Abschiedsshow?“


  1. 1 Kritikerin 10. Juli 2009 um 9:03 Uhr

    Heute berichtet auch das ovb Portal „Rosenheim24.de“ über den Tag der offenen Tür. Der Bericht ist zwar nicht halb so neutral wie eurer, sondern eher nur ein werbeartikel (evtl nur die BW PM abgetippt). Aber er stellt das Programm, welches geboten wird ausführlich da. Das fehlt in Eurem Artikel

    http://www.rosenheim24.de/land/brannenburg-kaserne-pioniere-tag-offenen-tuer-ro24-396378.html

  1. 1 Spielplatz Krieg « Brannenburg aktuell Pingback am 12. August 2009 um 14:51 Uhr
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